Bettwanzen erkennen und bekämpfen

Bettwanzen erkennen und bekämpfen

Bettwanzen leben heutzutage nur noch in Armenvierteln und Entwicklungsländern — glauben viele Menschen. Tatsächlich jedoch finden sich die Parasiten in jedem Land und auch unter vermeintlich hygienischen Bedingungen. Häufige und gründliche Reinigung von Betten und Häusern haben die Fälle zwar reduziert, doch es existieren gleichzeitig neue begünstigende Faktoren: Niedrige Temperaturen beim Waschen können Bettwanzen nichts anhaben und der häufige Einsatz vieler Insektizide hat Resistenzen gefördert. Hinzu kommt, dass auch Tiere und ihre Schlafplätze — beispielsweise Vogelnester oder Ställe — als Reservoires und Überträger dienen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Arten profitieren Bettwanzen allerdings vor allem von der Anwesenheit von Menschen. Grund genug, die kleinen Schädlinge etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.

Aussehen und Biologie

Bei Bettwanzen handelt es sich in Europa um die Art Cimex lectularius, die zu den Insekten gehört, daher haben sie sechs Beine. Sie sind 4-9 Millimeter lang, rot-braun gefärbt und flach — in Hungerzeiten kaum dicker als ein starkes Blatt Papier. Aus diesem Grund können sie sich hervorragend in Ritzen verstecken, beispielsweise hinter Bildern, in Buchrücken, Möbelspalten, Wänden oder Textilien. Dagegen halten sie sich tagsüber, außerhalb ihrer

Fressperioden, normalerweise nicht, wie fälschlich angenommen, im Bett selbst auf. Ihre Hartnäckigkeit ist auch auf ihre besonderen physiologischen Eigenschaften zurückzuführen: Ein Weibchen kann bis zu 200 Eier legen und Hungerphasen von zehn Monaten überleben. Die Tiere verfügen über einen ausgeprägten Geruchssinn, der es ihnen ermöglicht, Menschen auch über mehrere Räume hinweg aufzuspüren und einander durch Pheromone zu warnen.

Bettwanzen erkennen

Der Befall ist für Menschen häufig erst durch die Stiche erkennbar: Rote, ausschlagartige Flecken mit unscharfem, unregelmäßigen Rand, die zuallermeist zahlreich nebeneinander auftreten und intensiv jucken. Gelegentlich können auch leere Hüllen sowie kleine, dunkle Kotkrümel in und um das Bett entdeckt

werden. Bei starkem Befall beschreiben viele Betroffene einen süßen Geruch, der an Koriander erinnert.

Eine Gefahr für Menschen?

Bettwanzenstiche quälen Menschen in erster Linie aufgrund des starken Juckreizes. Allerdings kann das Q-Fieber übertragen werden, wenn es auch mit weniger als 300 Fällen jährlich in Deutschland selten ist und deutlich häufiger durch Nutztiere verbreitet wird. Tatsächlich wurden im Verdauungssystem viele weitere, auch gefährliche, Mikroorganismen gefunden, darunter beispielsweise HIV und Hepatitis. Diese scheinen dort allerdings keine günstigen Lebensbedingungen vorzufinden, denn eine Übertragung konnte bislang nie nachgewiesen werden.

Bettwanzen bekämpfen

Aufgrund ihrer Zähigkeit und geringen Größe sind Bettwanzen ausgesprochen schwer zu bekämpfen. Professionelle Schädlingsbekämpfer sind teuer, aber oft unerlässlich. Sie können entweder chemische Mittel einsetzen oder Räume für mehrere Stunden auf über 50° C erhitzen — beides tötet sowohl Tiere als auch Eier.

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Auch bei der Selbsthilfe kann auf hohe Temperaturen gesetzt werden: Alle Textilien sollten bei mindestens 65° C gewaschen werden. Im Sommer kann die natürliche Hitze genutzt werden, beispielsweise mit Plastikbeuteln im Auto oder schwarzen, gut verschlossenen Tüten, die in die Sonne gelegt werden. Eine ebenso effektive Methode ist das Einfrieren kleinerer Gegenstände. Zugleich muss jeder Winkel und jede Ritze, auch hinter und unter Möbeln, mit einem leistungsstarken Staubsauger ausgesaugt und der Inhalt luftdicht verschlossen entsorgt werden. Eingesetzt werden kann auch Kurkuma, das über und in Textilien gestreut und nach einem Tag wieder abgesaugt werden kann. Das Gleiche funktioniert über mehrere Tage mit Kieselgur, das dazu in die typischen

Verstecke gestreut und dort belassen wird. Sind Bett und Matratze selbst gereinigt, gilt es, eventuell noch übrige Tiere fernzuhalten. Das gelingt bei Betten mit Metallbeinen, indem diese einfach in je eine Schale Wasser gestellt werden — Bettwanzen können nicht schwimmen. Lässt sich das nicht realisieren, lohnt es sich, Beine oder Gestell des Bettes lückenlos mit doppelseitigem Klebeband zu bestücken. Auch Türrahmen und Schwellen können auf diese Art geschützt werden, um die Tiere am Befall eines weiteren Raums zu hindern. Grundsätzlich sollten Betroffene viel Geduld und Durchhaltevermögen mitbringen, wenn sie die Schädlinge loswerden wollen. Sinnvoll ist auch, mehrere Methoden zu kombinieren und auszuprobieren, bis sich Erfolg einstellt.

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